Glückskäfer quo vadis - wohin gehst du

Glückskäfer quo vadis - wohin gehst du

Ein offener Brief von Michael Sonntag, Vorsitzender des Glückskäferfreunde e. V.
und Initiator des Glückskäferprojektes.


 

Glückskäfer – Quo vadis – Wohin gehst Du?

und

ich werde mich aus der Leitung des Glückskäfer-Projekts zurückziehen


 
 

Liebe Freunde und Unterstützer des Glückskäfer Projektes
Liebe Interessierte und Neugierige
Liebe Mitmenschen

 
Zunächst möchte ich Euch allen danken für Eure Liebe, für Eure Unterstützung, für Euer Interesse und ja auch für Eure Neugierde, Kritik und Grenzen, die Ihr gezeigt habt. Ihr habt das Projekt mitgetragen, mit vorangebracht und mit Euren Energien in der verschiedensten Art und Weise unterstützt. Ich danke Euch hierfür von Herzen.
 
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Für alle die wenig Zeit haben, hier eine kurze Zusammenfassung – alle anderen lade ich ein, zusätzlich auch den ausführlichen Text im Anschluss zu lesen:
 
Zunehmende zeitliche Belastungen in meinem Hauptberuf als Hausarzt und Ganzheitsmediziner, von dem ich lebe und den ich auch von Herzen gerne betreibe, und nicht mehr ausreichende Kräfte von mir, zwei Betriebe auf einmal zu betreiben, d. h. um all das zu tun, was jetzt erforderlich wäre, um das Glückskäferprojekt voranzutreiben und gleichzeitig meine Patienten angemessen zu versorgen, haben zu meinem Entschluss geführt, für die Führung und Unterstützung dieses Projektes nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
 
Bis klar ist, ob der Unterstützerverein „Glückskäferfreunde e. V.“ aufgelöst wird, oder ob sich für mich Nachfolger finden, werde ich als Vorsitzender im Amt bleiben, die Arbeit am Projekt wird aber in dieser Zeit ruhen.
 
Am 4. Mai 2019 wird in Eßleben (an der B19 zwischen Schweinfurt und Würzburg gelegen) ab 11:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr ein Treffen „Glückskäfer – Quo vadis?“ stattfinden, zu dem hiermit alle eingeladen sind, denen dieses Projekt am Herzen liegt und/oder die evtl. Interesse haben, es fortzuführen bzw. die Fortführung zu unterstützen. Anmeldung unter buero@glueckskaeferfreunde.de bis Mitte April.
 
Am Samstag, den 6. April werde ich – soweit mir dafür der Raum gewährt wird, wovon ich zumindest im Bereich des „Open Space“ von ausgehe, für Fragen und Antworten auf der ARTABANA Deutschland e. V. Mitgliederversammlung bereitstehen und soweit möglich auch im Plenum kurz meinen Schritt erläutern.
 
In der zweiten Jahreshälft 2019 wird noch zu einer Mitgliederversammlung der Glückskäferfreunde e. V. eingeladen, wo dann die entsprechenden Entscheidungen abgestimmt werden. Termin und Einladung werden noch bekannt gegeben.

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Nun zum ausführlichen Teil mit näheren Informationen zu meinem Schritt:

 
Erlaubt mir bitte noch ein paar vorbereitende Worte zu sagen, insbesondere für jene, die vielleicht heute zum ersten Mal vom Glückskäferprojekt hören:
 
Das Glückskäferprojekt wurde von mir offiziell am 02.02.2012 mit der Gründung des Unterstützervereins „Glückskäferfreunde e. V.“ ins Leben gerufen. 
 
Ziel des Projektes ist die Gründung einer privaten Krankenversicherung für freie Menschen, die sich freiwillig selbst in Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen unterstützen und die aufgrund ihrer Selbständigkeit nur wenig Reglement und gesetzlich geregelte Absicherung benötigen, was erfahrungsgemäß zu erheblichen Kosteneinsparungen bei der Inanspruchnahme von Krankenversicherungsleistungen führt. Diese Einsparungen sollen dann den Mitgliedern durch günstigere Beiträge zu Gute kommen, was wiederum Selbständigkeit und Freiheit der Mitglieder und ihrer Solidargemeinschaften stärken würde.
 
Insgesamt ist es ein wunderbares Projekt, das ich mit viel Freude angepackt und bis heute 7 Jahre seit der Vereinsgründung betreut und begleitet habe.
 
 

Die Entscheidung

 
In den letzen Monaten habe ich festgestellt, dass meine Zeit und Kräfte nicht mehr ausreichend waren, dieses Projekt angemessen zu unterstützen und voranzubringen.

Im Gegenteil ich habe erkannt, dass ich vom Motor immer mehr zur Bremse geworden bin. Das ist diesem Projekt nicht würdig und nicht dienlich.
 

Daher habe ich die Entscheidung getroffen,
meine verantwortlichen Aktivitäten im Glückskäferprojekt zu beenden.

 
Ich denke, dass dieser Schritt die verschiedensten Gefühle bei Euch auslösen wird.
Keine Sorge, ich werde das „Schiff“ nicht Hals über Kopf verlassen und möchte Euch um die Geduld bitten, meinen weiteren Ausführungen zu folgen. Darin zeige ich auch auf, auf welchem Weg es vielleicht weitergehen kann und wie es dazu kam.
 
 

Wie es dazu kam?

 
Erlaubt mir bitte, ein paar Hintergründe, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zu erläutern.
 
In meinem Alltagsberuf bin ich Hausarzt in einer ganzheitlich orientierten Einzelkassenarztpraxis in dem kleinen unterfränkischem Städtchen Arnstein. Eine Arbeit, die mir viel Freude macht und die ich von Herzen gern immer noch ausübe.
 
2012 wurde meine jüngste meiner 3 Tochter 20 Jahre alt und die Freizeit, die ich bis dahin der Begleitung meiner Kinder gewidmet hatte, habe ich großteils in das Projekt gesteckt. Und ich ging davon aus, dass das so bleiben würde.
 
Allerdings werden wie fast überall in Deutschland auch hier in Bayern die niedergelassenen Hausärzte immer weniger. Ein Großteil ist schon über 60 Jahre alt, so dass immer mehr Patienten auch in meine Praxis wechselten. Leider wurden parallel auch die gesetzlichen Vorschriften immer umfangreicher (zuletzt die DSGVO = europäische Datenschutzgrundverordnung, deren Umsetzung in der Praxis mir fast einen Monat Arbeitszeit gekostet hat – und circa 60 Stunden für das Glückskäferprojekt). Dokumentationsvorschriften und ständig neue Detailregeln im ärztlichen Praxisalltag kommen dazu.
 
Deswegen hatte ich die letzen Monate abends und am Wochenende kaum Kraft und Zeit mehr, Emails und andere sinnvolle Aktivitäten für das Glückskäferprojekt zu erledigen. Die Kommunikation mit Interessenten hat seit Mitte November 2018 praktisch nicht mehr stattgefunden. Selbst für Angebote für Unterstützung hatte ich nicht die Zeit und Energie diese einzubinden, womit sie vielfach ins Leere gelaufen sind. Das bereitet mir ein schlechtes Gewissen und Schlafprobleme. Glück strahle ich damit nicht aus und das ist gerade bei diesem Projekt nicht schön.
 
Eine Reihe weiterer trauriger Umstände hatten sich in letzter Zeit zudem gehäuft. Im Juli letztes Jahr ist unsere Kassenwartin unerwartet gestorben. Zwei Monate später im September 2018 verstarb der uns betreuende Aktuar (Versicherungsmathematiker) ebenso plötzlich, als er gerade neue Berechnungen für die zu erwartenden Beiträge nahezu fertig gestellt hatte. Geplante Websitetools, z.B. die Mitmachseite für unsere Website für September 2018 geplant, sind erst im Feb/März 19 fertig geworden (aber bewusst noch nicht auf der Website implementiert), da der beauftragte EDV-Fachmann oft auch an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit ist. Eine Bürohilfe, zu der ich gutes Vertrauen hatte, hat wegen Erkrankung ihrer Eltern, die Arbeit bei mir nicht aufgenommen (Okt. 2018). Und ein Multimedia-PC, den ich dabei war einzurichten, um damit häufiger Videos für das Projekt erstellen zu können, hat immer wieder neue Probleme verursacht.
 
Die Liste ist nicht vollständig. Mit einem Wort, es ging immer zäher voran. Organisationsaufwand für Veranstaltungen, Planung von Sicherungskonzepten unseres Internetauftritts und der lokalen Dateien, Protokolle, Korrespondenzen ... würden mindestens 20 Stunden pro Woche meiner Zeit für ein sinnvolles Wachstum brauchen. Kreatives Tun: Videos erstellen, div. PR Aktionen sind dabei völlig zu kurz gekommen.
 
Eine Zeitlang habe ich überlegt, ob ich das Projekt vielleicht in Vollzeit voranbringen könnte. Allerdings war das Interesse und die finanzielle Unterstützung dafür viel zu gering, als das ich davon hätte auch nur andeutungsweise leben können.
 
Hinzukommt, dass viele Menschen, das Projekt zunächst unterstützten und dann aus den verschiedensten Gründen diese Unterstützung wieder beendeten (wegen privater, beruflicher Veränderungen, unzureichender Fähigkeit mit der Persönlichkeit verschiedener anderer aktiver Mitglieder zurecht zu kommen, familiäre Aufgaben/Nöte, ...). Vorübergehend habe ich mich davon auch mal entmutigen lassen. Hier danke ich Karla, dass sie mir mit ihrer Klarheit 2x geholfen hat, wieder in Schwung zu kommen und auch für die von ihr betreute Umfrage zum Projekt im letzten Jahr.
 
 

Zu danken habe ich


zudem vielen von Euch, die hier nicht namentlich genannt sind,
  • für Eure Zeit,
  • Eure Treue,
  • die großzügige finanzielle Unterstützung und
  • für Eure Liebe und Freundschaft.
 

Versteht mich recht,


mit den vorgenannten Informationen will ich kein Mitleid oder Bedauern erreichen, sondern nur, dass Ihr meine Entscheidung versteht: Ich werde die Verantwortung für das Glückskäferprojekt abgeben und nach einer Übergangsphase nicht mehr für das Projekt zur Verfügung stehen.
 
 

Wie kann es nun weitergehen?

 
Eine Einladung zum „Quo vadis“-Treffen an alle am 04.05.2019
Wie bereits eingangs erwähnt wird am 4. Mai 2019  in Eßleben (an der B19 zwischen Schweinfurt und Würzburg) ab 11:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr ein Treffen „Glückskäfer – Quo vadis?“ stattfinden. Hier sind alle eingeladen: Die, die vielleicht Lust haben, das Projekt verantwortlich weiterzutragen, genauso die, die Fragen haben, wie die, die sich einfach noch mal begegnen wollen. Es wird besprochen, wohin es mit dem Projekt geht. Ich freue mich auf Euch alle.
 
Bitte merkt Euch diesen Termin vor. Bitte meldet Euch, wenn Ihr teilnehmen wollt bis Mitte April an, damit wir je nach Zahl der Anmeldungen, die richtige Raumgröße wählen können. Alle Angemeldeten erhalten noch eine zusätzliche Emailnachricht mit der genauen Adresse der Räumlichkeiten. Anmerkung: Eßleben hat einen Bahnhof direkt neben dem geplanten Veranstaltungsort. Anmeldeemailadresse siehe unter "Zusammenfassung" am Anfang dieses Dokuments.
 
 

Nachfolger und Nachfolgerinnen gesucht


Finden sich vertrauenswürdige Menschen, so will ich diesen gern Know-how und gewachsene Strukturen des Glückskäferprojektes übergeben.

 

Mitgliederversammlung zum Zukunftsbeschluss des Vereins


In der zweiten Jahreshälfte 2019 wird eine Mitgliederversammlung der Glückskäferfreunde e. V.  stattfinden, die über die Zukunft des Vereins beschließen wird.
 
 

Wenn sich keine Nachfolger für mich finden

 

a) Domain www.glueckskaeferfreunde.de

 
Wenn sich keine Nachfolger für meine Aktivität finden, werde ich voraussichtlich ca. 1-2 Jahre die Website www.glueckskaeferfreunde.de mit Hinweis darauf, dass das Projekt ruht, noch aufrecht erhalten. 

Den Domainnamen www.glueckskaeferfreunde.de werde ich weiterhin reservieren, damit er nicht für irgendwelche dubiosen Reklamezwecke missbraucht werden kann, und auch damit Menschen, die evtl.  unter ganz anderem Namen die „Glückskäfer-Idee“ wieder aufgreifen wollen, zu mir als Ansprechpartner für Know-how und Fragen finden können. 

 

b) Newsletterverteiler

 
Diejenigen, die in den Newsletterverteiler eingeschrieben sind, werden gefragt werden, ob Sie möchten, dass ihre Adressen an die Menschen weitergegeben werden dürfen, die das Projekt oder ein ähnliches in Zukunft voranbringen wollen. Alternativ werde ich über den Verteiler über neue Entwicklungen in dieser Sache informieren und Links bekannt geben, wenn sich neue Wege aufzeigen. 

Allen Newsletter - Abonnenten, die Interesse daran haben ob und ggf. wie es weitergeht, empfehle ich daher ihr Abo aufrechtzuerhalten. 

 

c) Finanzen:

 
Allen, die auf unser Treuhandkonto Gründungseinlagen eingezahlt hatten, wurden diese zurückgezahlt. Es gibt noch ein paar Menschen, die direkt Darlehen an die Glückskäferfreunde e. V. zur freien Verwendung gegeben haben. Diese bitte ich um Kontaktaufnahme per Email unter buero@glueckskaeferfreunde.de

Ich würde mich freuen, wenn einige der regelmäßigen Unterstützer Ihre bisherigen Zahlungen bis zur MV der Glückskäferfreunde in der zweiten Jahreshälfte 2019 noch aufrecht erhalten, für die laufenden Kosten und ggf. für einen Neuanfang in anderen Händen oder zur Unterstützung eines geordneten Abschlusses, damit die finanziellen Lasten  gemeinsam getragen werden können.

Im Falle einer Auflösung des Vereins werden vom verbleibenden Guthaben zunächst alle Darlehen bedient. Einige Darlehensgeber haben einen Verzicht auf die Rückzahlung ihrer Darlehen mitgeteilt. Alle anderen bitte ich, wie oben mitgeteilt, sich an mich direkt zu wenden. 
 

Schlusswort

Zunächst möchte ich noch einmal in großem Umfang meinen Dank aussprechen an alle, die ihr Herzblut, ihre  Zeit, ihr Geld und Vertrauen in dieses Projekt gesteckt haben. Ich danke Euch allen von ganzem Herzen.
 

Wir haben eine wunderbare Energie und Vision in diese Welt gebracht


und ich habe das Vertrauen, selbst wenn sich aktuell keine Nachfolger für mich finden lassen sollten, dass diese Energie weiterwirkt und Menschen erreichen wird, die sie vielleicht in ganz neuem Gewand weitertragen werden. Ich werde das Miteinander freier Menschen weiter in meinem Herzen tragen und lade Euch ein, es auch zu tun. Was viele Menschen sich im Herzen ersehnen, wird auch Wirklichkeit werden. Und so werden im tiefen Sinne keine Anstrengung, kein Engagement und kein Euro verloren sein, die in dieses Projekt geflossen sind. Ich wünsche mir, dass Ihr – so wie ich mittlerweile – Frieden mit meinem Schritt finden könnt bzw. werdet.
 
Ich danke auch für die vielen Herausforderungen und Lernschritte, die ich machen durfte. Ich danke, dass ich Euch alle kennenlernen durfte und Freunde gefunden habe.
 
Einige von Euch werde ich sicher auf den geplanten Treffen („Quo vadis“ 4. Mai 2019 und der MV in der 2. Jahreshälfte 2019) wiedersehen, oder Euch bei einem der zukünftigen Artabana Treffen noch einmal begegnen. Denn wir werden mit unserer aus dem Projekt heraus entstandenen Solidargemeinschaft „Kristall“ einen Aufnahmeantrag beim Artabana Frankenbündnis stellen.
 
 

Ganz zum Schluss:

 
Wir leben weltweit in herausfordernden Zeiten, viele Sicherheiten gehen verloren: Konflikte zwischen Staaten und in den Gesellschaften, unsichere Wirtschaftsentwicklung, Menschenwanderungsbewegungen, Änderungen des Klimas oder auch der Energieversorgung bewegen viele von uns. Gesunde Nahrung und gesundes Wasser sowie auch freie Meinungsäußerungen sind in Gefahr.

Da steht bei vielen die Gründung einer neuen Krankenversicherung nicht an erster Stelle – viele finden sich, wie auch ich an der Grenze mit ihren beruflichen und familiären Belastungen. Gerade deswegen finde ich, dass die Solidargemeinschaften, wie sie von der Artabanabewegung und anderen initiiert und gelebt werden, eine Quelle der Stärkung, Sicherheit und des Schutzes sein können, wenn andere Strukturen ihre Stabilität verlieren. Darum zum Schluss mein Aufruf:
 

Schließt Euch zusammen, schaut freundlich über die vorhandenen Schwächen des Nächsten hinweg, oder wenn notwendig sprecht sie so liebevoll an, wie ihr es auch gern hättet. In jedem Menschen gibt es soviel Gutes, das es zu entdecken gilt. Denn wie soll die Welt gesunden, wenn nicht JEDER seinen Teil dazu beiträgt.

 
Gehabt Euch Wohl in Liebe Euer
 
Michael Sonntag
 
Impressum: Glückskäferfreunde e.V. · Bischbergstr. 2 · 97450 Arnstein
 www.glueckskaeferfreunde.de | Kontakt

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